Business Concept Map E-Mobilität: Nicht-öffentliches Laden

Geschäftsprozesse und Systeme sind oft über Jahrzehnte gewachsen. Teilbereiche sind manchmal nur den damit betrauten Mitarbeitern bekannt. Andere Abläufe wirken offensichtlich, sind aber nicht ausformuliert. In fast jedem IT-Projekt – egal ob „grüne Wiese“ oder „historisch gewachsen“ – beginnen wir daher mit einer Business Concept Map.

Eine Business Concept Map verdeutlicht die fachlichen Abläufe auf einen Blick, hilft so den beteiligten Menschen beim Diskutieren darüber und macht Spaß, weil Missverständnisse seltener werden.

Wer mag, druckt die Business Concept Map auf DIN A0 oder größer und hängt sie an die Wand:

Beispiel einer Business Concept Map im Güterverkehr

In diesem Artikel erarbeiten wir schrittweise eine Business Concept Map im Kontext der Elektromobilität.
Den erarbeiteten Werkzeugkasten dürfen Sie gerne für eigene Zwecke nutzen, kommen Sie dafür einfach auf uns zu.

Laden an der privaten Wallbox

Fangen wir mit der denkbar einfachsten Situation an: Der Wallbox in der eigenen Garage:

Anwendungsfall 1:
Laden mittels Plug’n’Charge ohne IT

In einer privaten Garage benötigt man üblicherweise keine Autorisierung („Plug ’n‘ Charge Modus“), keine Fernüberwachung, keine Abrechnung oder sonstige Belege. Man kann also einfach eine „primitive Wallbox“ (im Sinne von nicht smart) installieren. Wer auf die Leistung und Sicherheit einer Wallbox verzichtet, kann sein Fahrzeug sogar an einer Haushaltsdose („Schuko-Stecker“) laden.

Die intelligente Wallbox

Im Zeitalter von Internet of Things (IoT), wo jedes elektronische Gerät mit dem Internet verbunden ist, wird dieser Ansatz aber die Ausnahme bleiben. Spätestens im professionellem Umfeld sind Ladestationen an ein zentrales Chargepoint Management System angebunden. Die Wallbox braucht dafür ein Modem und einen Mikrocontroller und wird dann gerne als „intelligent“ oder „smart“ bezeichnet, weil sie mehr kann als nur Strom abgeben. Die Verbindung erfolgt dabei über LAN oder mittels SIM-Karte zur Datenübertragung.

Glücklicherweise gibt es für die ITK-Anbindung von Ladestationen einen quasi-Industriestandard: das Open Charge Point Protocol (OCPP). Unsere Concept Map sieht nun so aus:

Anwendungsfall 2
Wallbox verbindet sich mit Backend-System zwecks Überwachung und Fernsteuerung

Die Autorisierung erfolgt im einfachsten Fall mittels RFID-Karte:

Anwendungsfall 3:
Laden mittels autorisierter RFID-Karte

Natürlich kann man die eigene Wallbox auch mittels App bedienen. Das hat neben der Autorisierung und Fernsteuerung den entscheidenden Vorteil, vom System benachrichtigt zu werden, wenn kein Strom mehr fließt („Ladeleerlauf“) oder das Energie-Management eingegriffen hat:

Anwendungsfall 4:
Laden als autorisierter App-Nutzer

Super User und Betreiber der Ladeinfrastruktur

Ein Super User kann über das Admin-Portal zusätzliche Ladestationen mit dem System verbinden, zusätzliche Nutzungsmedien autorisieren und vieles mehr:

Interner Anwendungsfall: Super User für Admin Portal

Der Super User wiederum wird vom sogenannten Charge Point Operator (CPO) ernannt. Der CPO fungiert als Betreiber der Ladeinfrastruktur:

Business Concept Map #1:
Charge Point Operator (CPO) für nicht-öffentliche Ladestationen

Damit haben wir uns die erste Business Concept Map erarbeitet. Sie bildet eine nicht-öffentliche Ladeinfrastruktur ab – beispielsweise die Ladestationen auf einem Firmenparkplatz. Dabei fungiert der Betreiber auch als Electro Mobility Provider (EMP) – allerdings nur für geschlossene Benutzergruppen.

Weiter geht es mit Teil 2: öffentlichem Laden für Ad hoc Nutzer…

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